Die Linke fordert Aufklärung zur Theater-Enthauptung
Die Linke beantragt Behandlung der Abberufung der Theater-Geschäftsführer in der Bürgerschaft
Die Fraktion Die Linke fordert den Oberbürgermeister Dr. König auf, auf der nächsten Sitzung der Bürgerschaft umfassend über die Vorgänge in der Theater Vorpommern GmbH zu berichten. „Die sofortige Abberufung der beiden Geschäftsführer der Theater Vorpommern GmbH, Prof. Nekovar und Dr. Ickrath, durch die Gesellschafter wirft unendlich viele Fragen auf.“, sagt Dr. Gerhard Bartels, Fraktionschef der Linken. „Die Verwaltungsspitze hat in Sachen Theater unumkehrbare Tatsachen geschaffen, die in keiner Weise mit den bürgerschaftlichen Gremien beraten und abgestimmt wurden. Die Bürgerschaft aber ist das verantwortliche Gremium.“, betont Bartels. Die Fraktionsvorsitzenden seien lediglich bei einem kurzfristig einberufenen Termin durch den OB informiert worden.
Nach wie vor ist den Mitgliedern der Bürgerschaft nicht bekannt, aus welchen Gründen die fristlose Kündigung ausgesprochen wurde. Auch die Tatsache, dass bereits zwei Interims-Geschäftsführer berufen sind, scheint zeitlich überhastet, so Birgit Socher, Vizepräsidentin der Bürgerschaft. „Das Theater ist von so enormer Wichtigkeit für die Bürger unserer Stadt, dass es nicht hinnehmbar ist, dass Entscheidungen solcher Tragweite hinter verschlossenen Türen getroffen werden.“ Unabhängig von der Frage, ob die Kündigungen als richtig bewertet werden oder nicht, sei das Vorgehen der Verwaltungsspitze ein Affront gegen die Bürgerschaft. „Da hilft es auch nichts, dass der Aufsichtsrat angeblich über diese Personalentscheidung beraten hat. Die Bürgerschaft Greifswalds stellt jährlich mehrere Millionen Euro Zuschüsse für das Theater bereit, da kann es nicht angehen, dass so folgenreiche Entscheidungen wie die sofortige Abberufung der Geschäftsführer an der Bürgerschaft vorbei gedealt werden!“, kritisiert Socher.
Ihre Fraktion hat indessen eine Kleine Anfrage an die Verwaltung formuliert, in der sie Aufklärung über die Gründe und Umstände der fristlosen Entlassung von Nekovar und Ickrath fordert. Zudem sollen Fragen zur zukünftigen künstlerischen Leitung und zum Zustandekommen der Berufung der Interims- Geschäftsführer Steffens und Westphal beantwortet werden. „Zu klären ist aus unserer Sicht, ob das Vorgehen gegen Prof. Nekovar und Dr. Ickrath angemessen und auch rechtskonform war. Hierüber wollen wir detailliert informiert werden.“, so Bartels und Socher. „Darüber hinaus steht die Frage, ob auf das Theater Abfindungen für die beiden ehemaligen Geschäftsführer zukommen könnten. Diese wären sicherlich eine schwere finanzielle Belastung für das ohnehin wirtschaftlich angeschlagene Theater.“
Insgesamt wollen die Linkspolitiker auch prüfen, wer die politische Verantwortung dafür zu tragen hat, dass diese weitreichende Entscheidung ohne jegliche Einbeziehung der Greifswalder Bürgerschaft getroffen werden konnte. „Immer wieder hat die Bürgerschaft betont, dass sie in alle Theaterfragen involviert werden will; insbesondere vor dem Hintergrund der Pläne der Landespolitik, die Theaterlandschaft in MV erheblich einzudampfen. Und immer wieder ignoriert der OB die Bürgerschaft. Das ist definitiv nicht akzeptabel!“, konstatiert Bartels.
