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Tino Eisbrenner

Tino Eisbrenner, Erfolgreicher Songschreiber, Schauspieler, Autor, Journalist, Kulturmanager mit Gedanken zur Zeit und zu linker Politik

Beschlossene Sache.

 

Die letzten Monate haben mir etliche Erkenntnisse gebracht, die ich lieber nicht gewonnen hätte. Und diese zwingen mich einmal mehr zum Handeln. Ich halte nicht mehr aus, die Politik dieses Staates mit meinem bisherigen Level an Widerstand zu erdulden.

Außenpolitisch steuert diese Regierung uns mit ihrer deutschen Kotzarroganz und ihrem Großmachtanspruch immer näher an die Klippe kriegerischer Eskalationen. Und innenpolitisch fördert sie ein gesellschaftliches Klima, das uns genau an eben jene Klippe führt.

Von ohnehin stetig wachsender Bildungsarmut geplagt, werden wir inzwischen ersatzlos unserer Kultur und Lebensart beraubt. Damit meine ich n i c h t, dass wir trotz Corona hätten so weiterleben sollen, wie vorher!! Der Angriff auf unseren Zugang zu Kultur und Bildung läuft seit drei Jahrzehnten zu Hochformen auf, weil nur noch einen Wert vermittelt bekommt, was Geld bringt.

Ebenso verhält es sich im Bereich des Gesundheitswesens und in allen sozialen Bereichen, wie ganz aktuell anhand von Coronakrise oder Sozialwohnungsbau bebildert wird. Ich bin so wütend auf diese Politik, dass ich einen Beschluss gefasst habe. Und dieser wiederum hat auch damit zu tun, dass ich nicht mehr ertrage, mit anzusehen, wie die aus meiner Sicht einzig gangbare Alternative, nämlich die Ideen von l i n k s aufzuarbeiten und einzubringen, seit ebenfalls drei Jahrzehnten unter den Teppich gekehrt wird » nicht selten sogar von Linken selbst, die sich oft nicht einigen können und sich im Labyrinth von Liberalismus und scheinbarer Demokratie verlaufen oder einfach nicht zur Kenntnis genommen werden.

Dabei weiß ich aus erster Hand von vielgroßartiger Basisarbeit der LINKEN (und jetzt meine ich die Partei) in allen möglichen Bereichen, die auch Erfolge bringt, aber dann keine weitere Erwähnung findet. Es spricht eben keiner drüber, wenn dann der Schulbus doch wieder über die Dörfer fährt oder wenn ein Seniorenheim einen Wintergarten bekommt. Auch von den vielen Anträgen oder Gegenanträgen in der parlamentarischen Arbeit wissen nur die Wenigsten...

Folge der postwendenden (welch passender Begriff für die letzten 30 Jahre) Diffamierung der Linken ist auch, dass sich viele unter ihnen gar nicht mehr wagen, den linken Gedanken überhaupt laut auszusprechen. Sie suchen die Lösung in „gemäßigten“ Umformulierungen alter Wahrheiten und vermeiden die Namen derer zu nennen, die dem Prinzip Kapitalismus seinerzeit Alternativen entgegenformulierten. Entstanden ist eine Gemengelage zwischen aufopferungsvoller Kleinarbeit und zweckoptimistischem Karrierismus. Und ich leide darunter.

Denn meiner Meinung nach kann in den heutigen Gesellschaftsdiskussionen, die linke Idee einer solidarischen Gemeinschaft nur verdeutlicht werden, wenn man ihre großen Denker Marx, Engels, Lenin zu Wortkommen lässt, gemeinsam den Wert ihrer Ideen prüft und neu in die Zukunftsdiskussion einbringt. Und es kann auch nicht schaden, die praktischen Erfahrungen, die linke Politik nach 1945 gemacht hat, offen und interessiert auf Versagen und Erfolg zu prüfen, um aus b e i d e m zu lernen. Eine gesellschaftliche Chance, die besonders in Deutschland völlig vertan wird, obwohl gerade wir aus der Wiedervereinigung viel mehr hätten machen können, als einen Anschluss.

Ich habe also beschlossen, nicht länger unter den Meckerern am Spielfeldrand zu stehen, sondern als Parteiloser für DIE LINKE in meinem Wahlkreis 22 bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zu kandidieren. Ich will denen eine Stimme und ein Gesicht geben, die neuen Mut brauchen » ob sie nun in der Partei sind oder einfach links denken, fühlen und wählen wollen. Ich will helfen lauter zu werden, stolzer, zorniger aber auch sensibler, ausdrucksvoller, sinnlicher, kreativer. Ich will helfen, aus der Reihe zu tanzen... und Brücken zu bauen. Ich will einmal sagen können, das sich aktiv versucht habe, den Irrsinn zu durchdringen und denen ein Helfer zu sein, die meine Hoffnung nähren. Und ich will ihnen dort den Rücken stärken oder den Kopf waschen, wo die Barrikadenerrichtet sind. Sollte ich damit scheitern, dann werde ich wissen und erzählen können, warum. Aber auch, dass ich es versucht habe. Ich schreibe seit 40 Jahren Songs, auch Bücher, erzähle meine Geschichten. Ich will auch diese erzählen. Denn Künstler werde ich bleiben. Und ich hoffe, dass Ihr, wenn lhr Eure Verblüffung bezwungen habt, mir zur Seite steht. Mit Eurer Skepsis, Eurer Kritik, mit E u r e m Zorn aber auch mit Eurem Vertrauen, Eurer Hoffnung, Euren Ideen, Eurem Mut.

Wünschen wir uns gegenseitig alles von all dem in den zu erwartenden Momenten der Wahrheit! Danke, TE